Sonderausstellungen im Jahr       |       2015       |       2016       |       2017       |       2018

Sonderausstellung: "Das Meer, die letzte Kolonie? - Über die entwicklungspolitische Dimension der Meerespolitik"

  Fischerei-Anlandung im Fischereihafen Senegal
Foto: Fair Oceans
   
  Kleinfischer im Hafen Kap Verden
Foto: Fair Oceans

Über die vielschichtige Bedeutung der Meereswelt für den Menschen.

Die von Fair Oceans und Brot für die Welt konzipierte Ausstellung "Das Meer, die letzte Kolonie?" stellt anhand von sechs Schwerpunktthemen die vielfältigen Bezugspunkte zwischen Umwelt- und Entwicklungsfragen auf See vor und ist im Wattenmeer Besucherzentrum am Südstrand zu sehen. An Beispielen aus der Fischerei, dem Meeresschutz oder der Schifffahrt werden den Besucherinnen und Besuchern die globalen Dimensionen der Ozeane und Meere veranschaulicht und drängende Zukunftsfragen aufgeworfen.

Als der französische Schriftsteller Jules Verne im Jahr 1884 "20.000 Meilen unter dem Meer" schrieb, schuf er einen Klassiker der fantastischen Literatur. Er ließ Kapitän Nemo mit seinem futuristischen U-Boot Nautilus in die unbekannten Tiefen der Meere eintauchen und bis dahin scheinbar unüberwindbare Grenzen überschreiten. Als Elisabeth Mann Borgese dem Club of Rome gut 100 Jahre später ihren Bericht "Die Zukunft der Weltmeere" vorstellte, trug sie mit Ihrer Arbeit, wie schon zuvor Jules Verne, dazu bei, den Blick auf die Ozeane grundlegend zu verändern. Eine umweltpolitisch verantwortliche und global gerechte Meerespolitik war ihre Utopie. Energie, Rohstoffe und Nahrung aus den Ozeanen sollten die Probleme der Menschheit lösen.

Inzwischen ist die Erschließung der Meere kontinuierlich vorangeschritten. Insbesondere seit der Jahrtausendwende hat die weltweit wachsende Nachfrage nach natürlichen Ressourcen eine drastische Ausweitung der Unternehmungen auf See gefördert. Konflikte um lukrative Meeresgebiete nehmen zu, wobei gemeinschaftliche und traditionelle Nutzungskonzepte oftmals ins Hintertreffen geraten. Der Wettlauf um die Ressourcen der Meere scheint ungehemmt, dabei verfügt die Weltgemeinschaft an sich über ein umfangreiches und international anerkanntes Regelwerk, das UN-Seerechtsübereinkommen. Dieses regelt im Grundsatz die Nutzung der Meeresressourcen, den Seeverkehr, die Fischereirechte, den Meeresumweltschutz, die Hoheitsgrenzen auf See und vieles andere mehr.

Das 2015 mit der Agenda-2030 von der UN beschlossene "Ziel 14", mit dem Titel "Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen" ist eine Reaktion auf den aktuellen Bedeutungszuwachs der Meerespolitik. Fair Oceans und Brot für die Welt haben sich, in Kooperation mit verschiedenen Partnern, für die Formulierung eines solchen Ziels nachhaltiger Entwicklung eingesetzt und wollen die Ozeane und Meere dauerhaft, im Sinne des Seerechtsübereinkommens, als gemeinsames Erbe der Menschheit verwaltet sehen. Mehr als 20 Jahre nach Inkrafttreten des Seerechtsübereinkommens verdeutlicht "Ziel 14" der Agenda-2030 die Notwendigkeit, international nach Problemlösungen suchen zu müssen und zeigt dabei wichtige Ansatzpunkte für die Meerespolitik auf.

Diese Ausstellung soll einen Eindruck davon vermitteln, wie eng und weitreichend die Verbindungen zwischen Meeres- und Entwicklungspolitik sind und wie notwendig es ist, diese beiden Bereiche im Zusammenhang zu betrachten. Gerade für die Länder des globalen Südens ist die Wechselbeziehung zwischen Umwelt und Entwicklung zentral für ihre Zukunftsperspektiven. Das Verhältnis des Menschen zum Meer befindet sich weltweit in einer Umbruchphase und wir sollten die Chance nutzen und den Prozess transparent, partizipativ und solidarisch gestalten, anstatt die gleichen Fehler zu wiederholen, die bereits an Land gemacht worden sind.


Sonderausstellung: Wattenflug

 

Luftbild vom Wattenmeer

Luftbild vom Wattenmeer

"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein". Wer kennt den bekannten Song nicht, den der Liedermacher Reinhard Mey Anfang der 70er Jahre in Wilhelmshaven schrieb, als er während seiner damaligen Piloten-Ausbildung in Mariensiel über die ostfriesische Halbinsel flog. Jeder, der schon einmal über den Wolken Ostfrieslands schwebte, wird ihm zustimmen, wenn sich die Weite des Weltnaturerbe Wattenmeer in ihrer ganzen Einmaligkeit dem Auge von oben erschließt.

Martin Stromann, ein passionierter Könner großer Panoramen, erlebt das seit 20 Jahren. Dem waschechten Ostfriesen mit Leidenschaft für die Halbinsel erschließt sich die Schönheit dieser Landschaft erst richtig von oben. Ostfriesland ist immer wieder neu und das Wattenmeer sowieso alle 12 Stunden anders, schwärmt der bekannte Bildredakteur des SKN Verlages in Norden über die großartigen Momente des Wattenmeeres. Ihn fasziniert der stete Einfluss von Wetter, Licht und Gezeiten auf die Struktur des Wattenmeeres, auf Salzwiesen, Sandbänke oder Inselwelten. Jeder Flug birgt etwas Neues für mich. So etwas kriegen sonst nur die Möwen zu sehen, lacht Ostfrieslands bekanntester Fotograf, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Seine Beamtenlaufbahn und die Ausbildung zum Berufsschullehrer an der Universität Oldenburg hängte er nach einer Referendarzeit in Aurich einfach an den Nagel.

Unzählige Male hat sich Martin Stromann mit kleinen Cessnas in die Lüfte Ostfrieslands begeben, bei offenem Fenster und niedrigen Temperaturen die Kamera mit klammen, aber festen Händegriff bedient. "Ich will nur beste Originalaufnahmen, durch die Scheiben haben die Fotos keine Qualität." sagt er. Er vertraut dem Piloten und sein Magen hat sich längst an das mitunter spontane Auf und Ab des Fliegens gewöhnt. Seine Momentaufnahmen des Wattenmeeres sind begehrt. An unzähligen Buchprojekten, wie zuletzt dem Bildband "Ostfriesland von oben", hat er mitgearbeitet. Sein alljährlicher Fotokalender "Ostfriesland" erscheint seit 25 Jahren. Das monatliche "Ostfriesland Magazin" trägt in puncto Fotos seine unverwechselbare Handschrift. Für seine umfassende fotografische Beschreibung und Dokumentation des Lebens in Ostfriesland ehrte die Ostfriesische Landschaft den heute 64jährigen 2008 mit dem Totius Frisiae Siegel.

Die Ausstellung "Wattenflug" zeigt erstmals in einer Wanderausstellung 37 seiner aus der Möwenperspektive geschossenen Arbeiten des UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeeres. In Zusammenarbeit mit der Fa. CEWE aus Oldenburg entstanden Großformate von bis zu 150 x 100 cm auf Alu-Dibond, die durch die matte Bildoberfläche eine besonders kunstvolle und spiegelungsfreie Bildwirkung erzeugt, die seine Fotos ohne farbliche Veränderungen wie gemalt erscheinen lassen.


Ausstellung: "Vom Buch zum Kunstwerk"

  Ausstellung: "Vom Buch zum Kunstwerk"

Über 50 Schüler der Klassen 7, 11, 12 und 13 der IGS Wilhelmshaven haben mit ihrer ganz besonderen Kunstausstellung "Vom Buch zum Kunstwerk" alte Kunstfachbücher und die 51-bändige Lexikonreihe "Kunst der Welt" aus den 1960er Jahren, die eigentlich im Altpapier entsorgt werden sollte, in die "Welt der Kunst" (Ahlrich van Ohlen, Buchkünstler, Gastredner der Ausstellungseröffnung) zurückgeführt.

Die Idee, die alten Kunstbücher für ein ästhetisches Projekt zu benutzen, kam der Fachbereichsleiterin für Kunst der IGS, Jutta Göner, als sie im Rahmen von Umbaumaßnahmen zur Einrichtung einer schuleigenen Kunstwerkstatt beim Ausräumen von Bücherregalen auf die alten Kunstbücher stieß. Im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung der Schüler stand nun "das Buch als Kunstobjekt".

Die Schüler bekamen Spielraum zum Experimentieren, ihnen wurden Möglichkeiten des freien Umgangs mit der gesamten Erscheinungsform des Buches gegeben. Sie wurden angeleitet, die Bücher in ihrer Ganzheit wahrzunehmen, sie mit allen Sinnen zu "begreifen". Dabei kamen z. B. alte Erinnerungen hoch. So regten die Bilder und Texte zu ungewohnten Gedanken an, die sie als Idee für ihre Gestaltung nutzen konnten.

Die Schüler durften ihre Fantasie laufen lassen, "sie sind sehr weit gegangen", so Ahlrich van Ohlen, "haben ihre Hände gebraucht und etwas Neues, etwas Eigenes geschaffen" und dabei nicht nur eine tiefe Freude erfahren, sondern auch die Erkenntnis, welche wichtige Rolle das Gestalten mit der Hand spielt und wie kreativ dies sein kann.

So sind die alten Kunstbücher nicht im Altpapiercontainer gelandet, sondern zum einzigartigen Kunstobjekt geworden.


Sonderausstellung: "Von der Farbigkeit der blauen Stunde..."

 

Sonderausstellung: Von der Farbigkeit der blauen Stunde...

Sonderausstellung: Von der Farbigkeit der blauen Stunde...

oder die Motivsuche des Fotografen Rene Spielmann.

"Die blauen Stunden sind mir die liebsten, sie sind wie mein bester Freund", schwärmt augenzwinkernd Rene Spielmann, um im nächsten Augenblick vorsorglich jedem möglichen Missverständnis vorbeugend auf seine Kamera hinzuweisen.

Der berufliche Mediengestalter und leidenschaftliche Hobbyfotograf weiß wovon er spricht, wenn er mit wachsender Begeisterung die blauen und goldenen Stunden zu seinen magischen Momenten erklärt. Zu Recht, wie eine Ausstellung seiner Arbeiten dieser Tage in der Treppengalerie des Wattenmeer Besucherzentrums zeigt.

Seine Landschaftsaufnahmen, die während der Zeit der frühen oder späten Stunde des Sonnenaufgangs bzw. -untergangs entstehen, lassen das Licht mit ihren gelben, roten und blauen Tönen je nach Tageszeit weich und warm erscheinen. Sie sind mehr als nur harmonische Aufnahmen, sie sind atmosphärische Stimmungen, die in ihrer pastellfarbenen Zartheit bei Spielmann wie gemalte Fotografien wirken.

Rene Spielmann reist erkennbar gern und viel. Und doch ist er mit seinen Motiven in der Fülle der norddeutschen Region und Küste zu Hause. Hier ist er verortet und weiß neben der Schönheit um die Kraft und Authentizität der Landschaft, die für ihn gerne Heimat ist.

Ob die Weite in der Stille des Watts, der kühle Morgennebel eines erwachenden Sommertages am Ems-Jadekanals oder die majestätische Durchfahrt des russischen Segelschulschiffs "Mir" durch die Kaiser-Wilhelm-Brücke. Rene Spielmann trifft genau den perfekten Augenblick, wo sich Motiv, Licht und Farbe zu einem symbiotischen Moment vereinen.

Und seine Arbeiten sind noch mehr. Sie heben sich ab aus der permanenten Bilderflut ohne Inhalt, Aussage und Ende. Sie sind vielmehr persönliche Zeugnisse eines sensiblen Fotografen, der genau das spürt, was er sieht: eine in sich ruhende Landschaft, die frei nach Goethe "Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!", darauf wartet wachgeküsst zu werden. Eine stolze Landschaft, die weiß, dass sie es wert ist immer wieder neu entdeckt zu werden. Rene Spielmann tut es. Fast täglich und zu jeder Jahreszeit. Seine Bilder sind so seine Liebeserklärung an unsere Region zwischen Wasser und Marsch.


Ausstellung: "SPURinSPUR"

Meeresräume. Meeresträume. Meereszerstörung.

  Ausstellung "SPURinSPUR"

"Wer weiß, vielleicht ist dies ja meine letzte Ausstellung", lacht eine vor Vitalität sprühende Christa-Marxfeld-Paulszak, deren kulturelle Umtriebigkeit Wilhelmshaven sicherlich noch einige Zeit erhalten bleibt. Und das ist auch gut so. Denn Kunst ist ihr Leben. Ihr Lebenselixier, sagt sie. Die Künstler sind es allemal und auf Kultur und ehrenamtliches Engagement kann und will sie nicht verzichten. All das hat Spuren in ihrem Leben hinterlassen. Und das Leben sowieso. Auch das möchte sie nicht missen. Christa Marxfeld-Paluszak blickt so auf über 8 Jahrzehnte gelebtes Leben zurück. Intensives Leben wohlgemerkt. Mit Höhen und Tiefen, mit Erfolgen und Nackenschlägen. So wie das Leben auf der Palette Farben mischt und Bilder malt.

Die gebürtige Bremerin ist ein Name in Wilhelmshaven. Eine Persönlichkeit. Sie ist mit vielen und vielem vernetzt und verwoben. Sie ist bekannt, sie gehört dazu. Sie hat in ihrem Leben so manches gemacht und bewirkt. Psychologie studiert, im Büro gearbeitet, Flechtware, Korbmöbel und Antiquitäten verkauft, Schmuck angeboten und eine Mode-Boutique betrieben. Ihre Modenschauen lieferten Gesprächsstoff für die Damenwelt. Nicht alles konnte auf Dauer gehalten werden. So leider nicht ihre bekannte "Galerie M", die auch heute noch, 18 Jahre nach der Schließung im Jahre 2000, Erinnerungen an bemerkenswerte Ausstellungen hervorruft.

Mit Rainer Fetting, Elvira Bach, Horst Janssen oder Johannes Grützke, um nur einige bekannte Namen zu nennen, bereicherte sie ein Wilhelmshavener Kulturleben, das sie zu recht für einen wichtigen Wirtschafts-, Tourismus- und Wohlfühlfaktor hält. Manch jungem Künstler gab sie mit einer ersten Ausstellung einen wichtigen Startschuss. Christa Marxfeld-Paluszak hat vieles in Angriff genommen und bewirkt. "Ich war immer neugierig aufs Leben", sagt sie. "Ich habe die Zeit mitbegleitet und die Zeit mich". Ihre Lust mitzumischen, anzuregen, zu fördern und zu fordern, ist dem Interesse am Wohl ihrer Stadt geschuldet. Ideen, Kreativität und Spontanität sind bis heute ihr Markenzeichen.

Zurücklehnen gibt es nicht. Aufgeben ist ihr unbekannt. Sie ist hartnäckig. Ihr Name steht für Wille und Durchsetzung. So ist ihr kulturelles und gesellschaftliches Engagement eng mit der Gründung von Radio Jade und dem Serviceclub "Soroptimist international" Club Wilhelmshaven im Jahre 1995 verbunden. 2002 ist sie treibendes Gründungsmitglied der "Sezession Nordwest", dem Schaufenster für regionale aktuelle Kunst. Ihrer Leidenschaft für das Theater folgt 2013 die Unterstützung beim Aufbau des Fördervereins der Landesbühne Nord. Ein besonderes soziales Anliegen verfolgt sie mit anderen Frauen mit dem Verein "ChaKa – Chancen für Kinder im Alltag", der sich für Chancen von Kindern im Alltag einsetzt. Seit 10 Jahren ist sie dort Vorsitzende und talentierte Spendensammlerin. Und ebenfalls seit 10 Jahren ist sie Mitglied im Bund Bildender Künstler in Oldenburg.

Als Dank für ihr unermüdliches Engagement überreichte die Oldenburgische Landschaft ihr 2013 die Ehrennadel. 2016 folgte die Stadtmedaille der Stadt Wilhelmshaven für ihre vielfältigen Verdienste um die Jadestadt. Als ob das alles noch nicht reichen würde. Christa Marxfeld- Paluszak ist auch eine anerkannte Künstlerin. 20 Einzel- und 17 Gruppenausstellungen würdigten ihr immer wieder auch gesellschafts- und umweltkritisches Werk.

Ihre neueste Ausstellung im Wattenmeer Besucherzentrum führt den Titel "SPURinSPUR" – Meeresräume. Meeresträume. Meereszerstörung. Christa Marxfeld-Paluszak thematisiert u. a. mit einer Collage das aktuelle Problem einer globalen Müllbelastung der Meere. Sie kritisiert den ungehemmten Plastikkonsum, die tägliche Ölverschmutzung oder den endlos ausufernden Kreuzfahrtourismus. Das alles führt für sie zu einer weiteren weltweiten Zerstörung von Mensch, Natur und Tier mit ungeahnten Folgen für den Planeten Erde. Mit ihren Arbeiten fordert die Künstlerin ein international agierendes Umweltbewusstsein, das auch politisch durchsetzungsfähig handeln kann.


Sonderausstellung: "Faszination Wolf - Die Wiederkehr eines Wildtieres"

  Der Wolf in der Natur
Foto: Jürgen Borris
   
  Europäischer Wolf in der Sonderausstellung

Kaum ein Wildtier beschäftigt die Menschen derzeit so sehr wie der Wolf. Obwohl die scheuen Tiere meist im Verborgenen leben, wird ihre Ausbreitung mit großer Aufmerksamkeit, Neugier, zum Teil auch mit Sorge verfolgt. Über ein Jahrhundert lang war der Wolf in Deutschland ausgestorben, von unseren Vorfahren unnachgiebig verfolgt und schließlich nahezu ausgerottet.

Nun ist er zurückgekehrt und auch in Niedersachsen wieder heimisch geworden. Doch seine Lebensbedingungen haben sich stark verändert: Platz für Wildnis gibt es in unserer dicht besiedelten Landschaft nur noch wenig, und so bleibt die Hoffnung, dass der Wolf lernt, sich anzupassen.

Begegnungen mit den scheuen, meist nachtaktiven Wildtieren sind selten, denn sie meiden den Menschen weitestgehend. Aber sie hinterlassen Spuren, die ihre Anwesenheit verraten.

Die Wanderausstellung "Wölfe" vom Senckenberg Museum Görlitz, die jetzt im Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven zu sehen ist, folgt diesen Spuren und vermittelt am Beispiel des Lausitzer Rudels wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Biologie und Ökologie freilebender Wölfe. Mit zahlreichen Dioramen, vielen Tierpräparaten, Modellen, Filmaufnahmen und interaktiven Ausstellungsstationen erhalten Besucher interessante und spannende Einblicke in die Welt der Wölfe. Ihr Sozialverhalten wird ebenso dargestellt wie die Aufzucht der Welpen, ihre Kommunikation, die Jagd und Beutetiere.

Das Wolfsmanagement, aber auch die Konflikte, die die Anwesenheit des Wolfes für die Nutztierhaltung mit sich bringen, werden thematisiert. Familien mit Kindern als auch allen Naturfreunden bietet die Ausstellung die Gelegenheit, dieses faszinierende Säugetier besser kennen und verstehen zu lernen. Nach ihrer Station in Wilhelmshaven wird die internationale Wanderausstellung Deutschland verlassen.

Daneben zeigt das Wattenmeer Besucherzentrum im Rahmen der "Wölfe"-Ausstellung preisgekrönte Fotografien des renommierten Naturfotografen Jürgen Borris. Er konnte als einer der wenigen Fotografen frei lebende Wölfe in Szene setzen. Informationen zur Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen gibt eine vom Landesmuseum Hannover übernommene, ebenfalls integrierte Ausstellung.

Ein liebevoll gestaltetes Waldlabyrinth mit Waldgeräuschen und eine Geschichtenhöhle für Kinder ergänzen die Ausstellung. Neben regelmäßigen Führungen werden ein pädagogisches Begleitprogramm für Schulklassen und Kindergärten angeboten. Vorträge von Wolfsforschern und Diskussionsrunden ergänzen das Angebot.

Das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven zeigt diese internationale Wanderausstellung als letzte Station der Wanderausstellung des Senckenberg Museums Görlitz in Deutschland.